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nadines

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Die Auslese - Nur die Besten überleben
Joelle Charbonneau
Catch-22 - Joseph Heller Catch 22 spielt auf der Insel Pianosa im 2. Weltkrieg auf einer amerikanischen Militärbasis. Im Mittelpunkt steht Captain Yossarian, er ist Bombardier und wird wie seine Mitstreiter auf Flugmissionen geschickt. Ihnen wird immer wieder versprochen, dass sie dem Krieg den Rücken kehren dürfen sobald sie eine bestimmte Zahl an Missionen auf dem Konto haben. Diese Zahl wird aber ständig nach oben korrigiert, so dass es ein aussichtsloser Wettlauf ist.

Nach und nach werden die Soldaten in den Mittelpunkt gerückt und näher beschrieben. Es gibt den Kriegsgewinnler Milo, der die Flieger der Basis durch ganz Europa und den Mittelmeerraum schickt, um Güter zu kaufen und zu verkaufen. Dabei kauft er schonmal den gesamten Baumwollbestand Ägyptens auf und da er ihn nicht loswird, versucht er, den Soldaten die Baumwolle mit Schokolade überzogen als „Cotton Candy“ schmackhaft zu machen, NACHDEM er es selbst probiert hat und ihm davon schlecht geworden ist.

Es gibt Orr, den Zeltgenossen von Yossarian, der ein genialer Erfinder ist und das Zelt der beiden in einen Ort des relativen Luxus verwandelt, irgendwann wird er bei einer Mission abgeschossen und gilt als vermisst.

Major Major Major Major (Dienstgrad, Vorname, Zweiter Vorname und Nachname) kann weder degradiert noch befördert werden, weil sonst die Army ihren einzigartigen „Major Major“ verlieren würde.

Die Charaktere sind skurril, niemand ist wirklich liebenswert, aber alle sind so farbenfroh gezeichnet mit ihren Macken und Absurditäten, dass sie einem doch ans Herz wachsen.

Die Geschichte ist nicht chronologisch erzählt, was es für mich etwas schwieriger gemacht hat. Allerdings finde ich die Erzählweise im Grunde sehr spannend, man weiss, dass bestimmte Dinge geschehen werden, aber nicht wann und wie. Außerdem passt es zur gesamten sich windenden Catch 22 Logik.

Die Erzählung ist anfangs leicht und absurd, mit der Zeit wird die Stimmung immer erdrückender, die Zahl der Toten und Vermissten häuft sich und es wird immer grausamer. Der Humor ist allerdings immer da, so hat man noch ein Lächeln auf den Lippen wenn der Autor zu einem richtigen Schlag in die Magengrube des Lesers ausholt. Die Kombination aus Witz und der knallharten Realität des Krieges, sowie der Grausamkeit der Kriegsbürokratie finde ich äußerst gelungen. Durch das Buch zieht sich eine Art von Humor, die oft absurd, manchmal rabenschwarz und manchmal einfach nur komisch ist.

Selten hat mich ein Buch stundenlang wachgehalten, nachdem ich es beendet hatte oder mir das Gefühl gegeben, dass alles, was ich danach lesen würde, oberflächlich und seicht wirken muss. Ich bin noch in der „Verdauungsphase“ des Buches und je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt es mir.

Die sich im Kreis drehenden Dialoge habe ich als recht nervig empfunden. Oft wird darin eine absurde Sichtweise oder Logik in den Mittelpunkt gerückt, die genau wie diese Dialoge zu keinem Ergebnis führen, insofern hatten sie schon Sinn und Platz aber sie zu lesen war einfach mühselig.

Oft habe ich mich dabei erwischt zu denken, wie Recht die Protagonisten doch mit ihrer auf den ersten Blick absurden Analyse des Krieges haben.

Heller, der selbst Bombardier im Zweiten Weltkrieg und in Italien stationiert war hat wirklich eine geniale Antwort auf die Absurdität des Krieges, insbesondere der Kriegsbürokratie und Kriegsgewinnler geschaffen. Er schafft es, den Leser nicht zu belehren, sondern ihn zu unterhalten und ihn dabei eine Menge über den Alltag des Krieges erkennen zu lassen.