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nadines

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Ich lese gerade

Die Auslese - Nur die Besten überleben
Joelle Charbonneau
Die Landkarte des Himmels - Félix J. Palma Nachdem ich “Die Landkarte der Zeit” verschlungen, geliebt und oft und gerne weiterempfohlen habe, war ich voller Vorfreude und Hoffnung auf die Fortsetzung “Die Landkarte des Himmels”.
Leider muss ich sagen, dass ich selten so enttäuscht von einem Buch war, Dinge, die ich in Teil 1 toll fand, wie die Art, wie sich der Autor als Erzähler einbringt und dem Leser zum Beispiel ankündigt, welche erzählerische Route er nehmen wird, oder dass er die Privatsphäre eines Paares nicht stören will und stattdessen lieber in epischer Breite ein schwebendes Staubkorn im Flur beschreibt, waren in der Fortsetzung längst nicht mehr neu, dieses Stilmittel wirkte viel zu übertrieben und wurde schmerzhaft oft eingesetzt.

Nachdem der Autor sich im ersten Teil vor allem mit Wells' “Die Zeitmaschine” beschäftigt hatte, nimmt er sich für die Fortsetzung nun in erster Linie “Der Krieg der Welten” vom selben Autor vor. Es beginnt damit, dass H. G. Wells in einem geheimen Raum im Britischen Museum einem vor einigen Jahrzehnten im ewigen Eis abgestürztes Alien-Raumschiff gegenüber tritt und einen Alien in Stasis versehentlich wieder zum “Leben” erweckt.

Im Folgenden wird der Leser über 300 Seiten auf jene Expedition geführt, die in der Nähe war, als das Raumschiff abgestürzt war. Dieser Teil kam mir sehr zäh und unnötig in die Länge gezogen vor und hätte mir “Die Landkarte der Zeit” nicht so gut gefallen, hätte ich wohl in dieser Phase das Handtuch geworfen.

Spannender wird es, als die junge Emma in den Mittelpunkt der Erzählung tritt, die die “Landkarte des Himmels”, die einst ihr Ur-Großvater gezeichnet hatte, als Kind geliebt hat und nun liebend gerne den Zauber ihrer Kindheit, die sie beim Betrachten der Karte empfunden hat, wiederfinden möchte. Sie weist Verehrer um Verehrer ab, bis sie, eigentlich nur, um ihn abzuschrecken, von einem besonders uninspirierenden Exemplar verlangt, eine Alien-Invasion zu inszenieren. Es scheint alles zu klappen und sie ist schon drauf und dran, dem Verehrer doch noch zu verfallen, als sich herausstellt, dass die Invasion gar nicht inszeniert ist. Ganz im Stil von Wells' Roman erobern Aliens die Welt.

Die Liebesgeschichte, die in Teil 2 portraitiert wird, wirkt uninspiriert und langweilig, die Charaktere haben eigentlich Potential, sind aber recht lieblos und eindimensional dargestellt.

Die “Auflösung” hat mir dann den letzten Rest Freunde am Buch genommen, das ich trotz der Länge von knapp 900 Seiten in 3 Tagen gelesen habe (bei meinem eher beschaulichen Lesetempo beachtlich). Es ist beliebig und relativ.

Fazit: Ich bin Fan von Zeitreisegeschichten, vielleicht hat mir der erste Teil deshalb so gut gefallen, Aliens finde ich generell nicht so interessant, und in der Fortsetzung geht es weit mehr um Aliens als um Zeitreisen. Ich fand sie zu lang, zu selbstverliebt und die Charaktere erschreckend eindimensional. Selbst als erklärter Fan vom ersten Band konnte ich Band 2 nur wenig abgewinnen.