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nadines

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Die Auslese - Nur die Besten überleben
Joelle Charbonneau
Fifty Shades of Grey - E.L. James Die schüchterne, völlig unerfahrene Collegeabsolventin Ana trifft auf den unglaublich gut aussehenden Multi-Milliardär Christian, der ihr schon bald das Angebot macht, seine SM-Gespielin zu werden. Zunächst schockiert, erkennt Ana bald, dass diese neue Welt sehr aufregend sein kann. Sie zögert jedoch, den Vertrag zu unterzeichnen, der sie zu seiner Sklavin machen soll und die Spielregeln zwischen den beiden definiert.

Die Wandlung der Protagonistin von einer unberührten Jungfrau zur
Bondage Göttin und zur durch und durch sexuell geladenen Frau wirkt
etwas radikal. Ebenso finde ich die Figur des unglaublich reichen,
unglaublich gutaussehenden, unglaublich verkorksten Helden einfach zu
extrem.

Das Buch liest sich vor allem zu Anfang wie ein Teenieroman, was
irgendwann einfach nicht mehr zum doch recht erwachsenen Thema passt.
Die Liebesgeschichte hat mich ziemlich kalt gelassen, die erotischen
Szenen wirken zwar anfangs teilweise recht ansprechend, aber immer zu bemüht, als wäre die Autorin nicht wirklich mit vollem Herzen dabei, sondern spult ein Programm ab
und die pseudo-psychologischen Reflektionen sind einfach viel zu
oberflächlich. Das Buch sitzt zwischen allen Stühlen, versucht einen Mix aus SM-Erotik und Liebesgeschichte in leichtem Chick-Lit-Ton (der leider recht kindisch wirkt), wobei sich die einzelnen Komponenten einfach im Weg stehen.

Die häufigen psychologischen Reflektionen über Gründe für die
Affinität ihres Lovers zur Welt des BDSM kratzen immer nur an der
Oberfläche, aber die Heldin verbringt sehr viel Zeit damit, sich
Gedanken und Sorgen darüber zu machen. An ihre eigenen Gründe,
bereitwillig Schmerzen zu ertragen hingegen, wird dagegen kaum ein
Gedanke verschwendet.

Die permanente Erwähnung ihrer „inneren Göttin“, die gerne Samba
tanzt, wenn Ana für ihre Verhältnisse aus sich heraus geht und sie
sich sexy fühlt oder ihres „Unterbewusstseins“, dass völlig entgegen
der doch eher unartikulierten und vagen Art dieser „Stimme“gerne mit
Ana detailliert und eloquent kommuniziert werden sehr schnell
sehr nervig. Ebenso störend war auch die permanente Wiederholung von "Holy crap", "Oh, crap", "Holy shit" etc, was die Erzählstimme recht nervend machte.

An vielen Stellen kommen mir Situationen gewollt provokant vor, wie
eine kalkulierte Aneinanderreihung von Praktiken und Momenten, die
schockieren sollen, aber immer im Rahmen bleiben.

Die eMails zwischen Ana und Christian waren das Highlight des Buches,
knackig, witzig und clever und ausnahmsweise hat man hier wirklich das
Gefühl, dass Ana sie selbst und dabei interessant, fordernd und clever ist.

Das Thema eines Paares, das im Schlafzimmer eine klare Rollenverteilung hat, aber außerhalb dessen eine gleichberechtigte Beziehung zu führen versucht, wäre spannend gewesen, aber hier zu simpel dargestellt.

Insgesamt war das Buch eine Enttäuschung, das stilvolle und doch zweideutige Cover gefällt mir allerdings sehr.