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nadines

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Die Auslese - Nur die Besten überleben
Joelle Charbonneau
Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt - Andrea Schacht Kyria lebt in NuYu, New Europe, im Jahr 2125, in einer Welt, in der die Frauen regieren und Männer nur nett anzusehendes Beiwerk sein sollen. DIe Einwohner werden komplett überwacht. Sie erfährt, dass sie einen Gendefekt von ihrem Vater geerbt hat und entflieht ihrer gewohnten, beengenden Welt, um die letzten Wochen bei einer Freundin zu verbringen. Sie wird begleitet von Reb, dem sie im Heilungshaus geholfen hatte und der sich jetzt revanchieren will.

Die Geschichte klang so vielversprechend und ich hatte voll Enthusiasmus begonnen, das Buch zu lesen. Die Geschichte an sich hat mir auch recht gut gefallen, eine spannende Vision auf ein zukünftiges Europa. Und dann eine Dystopie einer deutschen Autorin, ich war gleich Feuer und Flamme. Die Welt, in der Frauen die mächtigen Positionen besetzen, nachdem man festgestellt hatte, dass Männer auch in der Politik zu Gewalt und Machtgebaren neigen, ist auch wirklich interessant und spannend, ich hoffe, in den Folgebänden wird man noch mehr über die Gesellschaft erfahren.

Zu den Personen: Kyria macht eine recht deutliche, wenn auch sehr stereotype Wandlung durch, vom verwöhnten weinerlichen Stadtkind bis zur gebräunten jungen Frau, die sich nicht zu schade ist, Schweine zu füttern und den Abwasch zu machen. Sie war mir recht sympathisch, die Wiederholung und Betonung ihrer Wandlung wurde allerdings schnell störend. Reb wurde mir im Verlauf der Geschichte zunehmend unsympathischer. Die beiden als Paar waren mir herzlich egal, muss ich gestehen. Das neckische Geplänkel zwischen den beiden Titelhelden wirkte auf mich aufgesetzt und choreografiert, ich hatte auch leider nie das Gefühl, dass es zwischen den beiden so etwas wie Magie gibt.

Die Sprache (etwas gestelzt bei den priviligierten Bewohnern von NuYu
und sehr umgangssprachlich bei den gesetzlosen Rebellen) wirken auf mich jeweils unnatürlich und es fallen immer wieder seltsame Formulierungen auf. Auch wirken viele Dinge, die die Frauenherrschaft unterstreichen sollen, irgendwie künstlich und zu wohlüberlegt. Wie der mehrfach erwähnte "Alice-Schwarzer-Platz".

Ich denke, wenn ein Leser mehr Zugang zu den Protagonisten findet, kann das Buch wirklich gut unterhalten, für mich war es leider recht enttäuschend. Oder um es mit der Protagonistin zu sagen: "Doofe Gefühle beutelten mich." (S. 155)