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nadines

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Ich lese gerade

Die Auslese - Nur die Besten überleben
Joelle Charbonneau
Unity Alpha - Corey McKinnon (Die Rezension enthält einige Spoiler, was ich eigentlich zu vermeiden versuche, in diesem Fall liegt mir aber so wenig an Buch und Geschichte, dass ich das Ende munter verraten werde.)

Irgendwann in der Zukunft unternimmt die Menschheit das Abenteuer, einen Asteroiden auszuhöhlen und ihn in ein Raumschiff umzuwandeln. Durch ständige Rotation wird Schwerkraft erzeugt, es gibt eine Stadt und Farmland, sowie künstliche Tageszeiten, die denen auf der Erde entsprechen. 200 Jahre nachdem der Asteroid seine Reise angetreten hat, leben die Menschen an Bord in relativer Sicherheit, wissend sie werden erst in einigen Hundert Jahren ihren Zielort erreichen.
Die Protagonisten, die Polizistin Miyuki, die das rätselhafte Verschwinden einiger Gegenstände an Bord untersucht, und Ian, ein Techniker, der sich mit merkwürdigen Stromausfällen beschäftigt, erkennen, dass beides zusammenhängt und beginnen zu ermitteln.

Das Buch hat mich sehr enttäuscht. Während ich gehofft hatte, die Probleme, die mit einer geschlossenen Gesellschaft, die sich auf einer gefährlichen Reise durchs Universum befindet würden thematisiert, handelte es sich um eine Kriminalgeschichte mit Science Fiction Einflüssen. Die Charaktere wirkten puppenhaft, ich konnte nicht wirklich mit ihnen mitfiebern. Die Auflösung der mysteriösen Vorkommnisse ist durchaus interessant und wift eine Reihe interessante, moralische Fragen auf, jedoch wird am Ende alles einem wahnsinnig anmutenden Wissenschaftler zugeschrieben, der durch Versuche mit künstlich erzeugten Wurmlöchern die Reise verkürzen wollte. Hier wäre es interessanter gewesen, wenn die Führungsmannschaft/ der Kapitän in die Versuche involviert gewesen wäre, nachdem er keine andere Möglichkeit gesehen hat, seine „Schäfchen“ sicher an ihr Ziel zu bringen.

Die Geschichte wirkt insgesamt schlecht konstruiert, man erlebt mit, wie sich die Protagonisten verabreden und treffen, Informationen austauschen, zwischendurch ermitteln, andere Bewohner treffen, sich wieder zusammen setzen und den Fall besprechen. Alles wirkt mechanisch aneinander gereiht. Es fehlt einfach die Leichtigkeit, mit der eine Geschichte erzählt werden kann, und die die so wirken läßt, als ob sie sich entwickelt und nicht vom Autor gestrickt wird.

Was mir weiterhin gefehlt hat waren ein paar Gedanken darüber, was so eine Reise mit den MEnschen macht, wie man sich fühlt, wenn man selbst das Ziel der Reise nicht erleben wird.

Ich hatte auch Probleme, mir die physikalischen Grundsätze des Schiffes vorzustellen, was sicher ebenso an mir wie am Autor liegt, aber ich denke auch, dass vieles schlecht oder gar nicht erklärt wurde. Da ich momentan das Thema Generations-Raumschiffe sehr interessant finde, bereue ich es nicht auch mal diesen Ansatz der Geschichte gelesen zu haben, empfehlen kann ich das Buch aber nicht.