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nadines

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Die Auslese - Nur die Besten überleben
Joelle Charbonneau
David und Juna - Thomas Thiemeyer Nachdem ein Virus die Menschheit befallen hat, der sie dazu bringt, das andere Geschlecht abgrundtief zu hassen, zerbricht die Gesellschaft und Männer und Frauen leben isoliert voneinander. Frauen in mittelalterlichen Gemeinschaften und Männer in einer Gratwanderung zwischen Technologie und mittelalterlichen Lebensweisen, die mit knapper werdendem Treibstoff immer schwieriger wird. Zunächst leben die Geschlechter in einer Art Waffenstillstand, die Frauen entrichten Tribute in Form von Nahrung, die sie produzieren, an die Männer, die jedoch aufgrund von Rattenplagen, die ihre Städte heimsuchen immer mehr Lebensmittel der Frauen beschlagnahmen. Zur Reproduktion und Aufrechthaltung der menschlichen Rasse werden emfängnisbereite Frauen in einen sogenannten Schandkreis positioniert, wo sie dann von den Männern vergewaltigt werden. Männliche Nachkommen werden dann den Männern übergeben. Die Kirche hat enorm an Einfluß gewonnen, sowohl die christliche Kirche auf Seiten der Männer, die die Frauen als Hexen bezeichnet und sie dementsprechend behandelt, wie auch die polytheistische Religion der Frauen, mit einer Vielzahl von Göttinnen für die verschiedenen Lebensbereiche.

David ist zunächst Schreiber in einem Kloster, wo er auch aufgewachsen ist. Er weiß nur wenig von der wirklichen Welt. Durch Zufälle und Intrigen wird er einem Ingenieur als HIlfskraft zugewiesen, der am Nachbau eines Flugzeugs arbeitet, das in der Lage ist, Bomben auf die Siedlungen der Frauen zu werfen, deren einzige Waffen Pfeil und Bogen sind.
Juna ist die Tochter der höchsten Priesterin im Dorf und eine Kriegerin, als sie David begegnet, verlieben sich die beiden ineinander und erkennen, dass sie immun gegen den Virus sind.

Die Atmosphäre ist von einem seltsamen Mix aus mittelalterlichem Leben, moderner Sprache und postapokalyptischen Elementen geprägt, der mich sehr angesprochen hat. Eine ganz eigene Welt entsteht und zieht den Leser in ihren Bann. Erschreckend fand ich, dass die Ereignisse sich nur etwa 60 Jahre nach dem Ausbruch des Virus’ abspielen und die Welt in Lebensweise und Anschauungen in großen Teilen wieder mittelalterliche Züge angenommen hat.

Sehr empfehlenswert!